63. Jazzwerkstatt Peitz – Sonntag

Mit dem Jazz-Gottesdienst in der Hochofenhalle am Hüttenwerk wurde traditionell der Festivalsonntag (16. August 2026) eingeläutet, geleitet von Pfarrer Kurt Malk. An der Orgel Kirchenorganist Wilfried Wilke, musikalisch begleitet vom Pop-Ensemble der Evangelischen Kirche Peitz. Seit 2011 gehört der Jazzgottes zum Festival, inzwischen an den Peitzer Teichen beheimatet. Pfarrer Malk verabschiedete sich mit seiner letzten Predigt in diesem Rahmen von dieser Tradition.

Trompeter Richard Koch präsentierte anschließend auf der Open-Air-Bühne mit „Rays of Light“ ein Quintett, das kulturelle Einflüsse aus aller Welt verbindet – ungeachtet der Regenschauer, die über das Festivalgelände zogen. Mit dabei waren Fabiana Striffler (violin), Valentin Butt (accordion), Andreas Lang (double bass) und Nora Thiele (frame drums). Es entwickelte sich eine Klangreise zwischen Balkan, Klezmer, Orient, Tango Nuevo, New Orleans und europäischer Volksmusik.

Die anschließende Verleihung des Jazzpreis Brandenburg 2026 ging leider ohne den Preisträger Andreas Willers über die Bühne. Er hatte krankheitsbedingt abgesagt und sein Sohn, der Pianist Jan Lukas Willers, nahm den Preis aus den Händen von Cerstin Gerecht, Referatsleiterin im Kulturministerium Brandenburg, entgegen. Die Laudatio hielt Uwe Warnke, Berliner Kurator, Autor, Verleger und Jazzwerkstatt-Besucher der ersten Stunde. Die Jazzwerkstatt Peitz hat ihre Wurzeln in den 1970er Jahren, als Ulli Blobel und Peter „Jimi“ Metag (1950 – 2013) ab1973 Konzerte in ihrer Heimatstadt zu veranstalten. Die Workshops wurden zur Werkstatt, die bis in die Gegenwart hinein ein Leuchtturm des Jazz in seiner freien Ausprägung geblieben ist. Marie Blobel kuratiert seit drei Jahren das Festival und hat es an den neuen Ort am Hüttenwerk geführt.

So gab es das Preisträger-Konzert „Have you ever been experienced?“ohne das Mitwirken von Andreas Willers – mit Amy Green (voc), Rieko Okuda (piano), Jan Roder (bass) und Christian Marien (drums). Anschließend wechselte das Festival-Publikum in die Stüler Kirche am Marktplatz. Das polnische Duo Maniucha Bikont (vocals) und Ksawery Wójcinski (double bass, vocals, bells) verband Jazzimprovisationen mit Liedern der ukrainischen Region Polesien. Zum Abschluss des Festivals ließ Conny Bauer mit „Konradismen“ ein integratives Projekt von Improvisation und Avantgarde-Jazz in einem vielschichtigen Klangraum entstehen. Neben ihm standen Nils Wogram (trombone), Maxine Troglauer (bass trombone), Gerhard Gschlössl (tuba), Claudio Puntin (bass clarinet), Maria Reich (violin), Emily Wittbrodt (cello), Matthias Bauer (double Bass), Dag Magnus Narvesen (drums) und Rieko Okuda (piano). Da zog der Alt-Meister der freien Improvisation alle Register – und mit ihm die anderen neun Musiker. Das Festival endete mit Standing Ovation für die Musiker und das Festivalteam um Marie Blobel. Sie gab auch schon den Termin für die 64. Jazzwerkstatt Peitz bekannt: 13. bis 15. August 2027. Zeitiges Buchen der Festivaltickets spart Geld.

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