Im Kulturzug von Wrozlaw/Breslau nach Berlin über Cottbus gab es am 14. Dezember 2025 ein Jazzkonzert mit Wanja Slavin, Eva Klesse und Max Mucha.
Platz ist in der kleinsten Hütte – auf jeden Fall, wenn sich drei improvisierende Jazz-Musiker treffen. Das haben Wanja Slavin, Eva Klesse und Max Mucha jetzt in einem der letzten Kulturzüge von Breslau/Wrocław nach Berlin bewiesen. Der Saxofonist und Komponist, Träger des Jazzpreises Brandenburg 2025, hatte sich die Schlagzeugerin und den polnischen Bassisten für diese Session als musikalische Partner gewünscht. Die Idee, den Kulturzug für ein Jazz-Konzert zu buchen, kam von Marie Blobel. Als Leiterin der Jazzwerkstatt Peitz fand sie, es sei überfällig gewesen, bei diesem Kultur-Event dabei zu sein.
Als der Kulturzug in den Breslauer Bahnhof einfuhr, hatten die Musiker schon das Fahrradabteil mit ihren Instrumenten und einem Minimum an Technik zur Bühne gemacht. Auf die Minute pünktlich startete der Zug, die Wagen ratterten auf den Schienen – und die Musiker legten los. Der Kontrabass ragte bis knapp unter die Wagendecke, Max Mucha suchte sich einen sicheren Standort. Eva Klesse klemmte gegenüber hinter ihrem Schlagzeug in der anderen Ecke. Und Wanja Slavin hielt mit seinem Saxofon in der Mitte schwankend wie auf einem Schiff das Gleichgewicht. Hautnah, kaum auf Armlänge entfernt, erlebten Zuhörer das Konzert. Wer nicht so nah dran sein wollte, konnte über Kopfhörer dabei sein.
In den Pausen zwischen den drei Sets gab Musikjournalist Wolf Kampmann einen Einblick in die polnische Jazzszene und die über 50-jährige Geschichte der Jazzwerkstatt Peitz. Marie Blobel informierte über das nächste Jazzfestival, das vom 14. bis 16. August 2026 auf dem Gelände am Industriedenkmal Hüttenwerk Peitz stattfinden wird. Unter dem Motto „Jazz öffnet Räume – ein Festival des Aufbruchs“ soll es wieder 20 Konzerte geben. Damit bleibt sie in der Tradition ihres Vater Ulli Blobel, der das Festival bis 2023 veranstaltet hatte.
Die gute Resonanz auf das Konzert habe gezeigt, wie wichtig es sei, neue Formate zu entwickeln, Kooperationen zu suchen, um Leute anzusprechen, die bisher noch nichts vom Jazzfestival in Peitz gehört haben, so Marie Blobel. Auf der Website können jetzt schon Tickets für das Festival gebucht werden und es gibt aktuelle Informationen zum Rahmenprogramm. Die Konzerte, die Wanja Slavin als Improviser in Residence geben wird, sollen im März starten. Im Kulturzug gab es einen kleinen Einblick, was zu erwarten ist. „Das war unglaublich, was das Trio musikalisch gezeigt hat“, so Marie Blobel am Ende der Fahrt im Kulturzug. Sie sei selbst gespannt, welche Konstellationen und Ideen bei den Residence-Konzerten zu erwarten sind.
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